Heute möchte ich mal bei Euch reinhören, welche Erfahrungen Ihr mit den Personalabteilungen und Recruitern von Unternehmen gemacht habt. Bei alma mater haben wir seit einigen Monaten einen Service für sehr gute Absolventen und Young Professionals – die proaktive Vermittlung. Hier suchen wir aktiv nach passenden Arbeitgebern für unsere “High Potentials”. Das ist viel Arbeit, weil wir aktiv Stellebörsen und Firmenstellenmärkte nach passenden Jobs für unsere “HiPos” durchforsten.

Manchmal wirken die Arbeitgeber aber recht verschlafen :-)

Wir stellen fest, dass es teilweise mehrere Wochen dauert, bis wir Feedback von den Entscheidern erhalten. In einem Fall hat es gut 8 Wochen gedauert, bis das Unternehmen durchgab, dass die Unterlage nun in Prüfung sei!!! Und das bei einem 1er-Kandidaten mit IT-Studium und Praxiskenntnissen von der RWTH Aachen, der Topp auf die aktuell ausgeschriebene Position gepasst hat.

Der Kandidat hatte sich natürlich längst für eine andere Stelle entschieden.

Wie sind Eure Erfahrungen? Wie lange musstet Ihr durchschnittlich auf Feedback warten? Was hat man Euch gesagt?

Ich bin gespannt.

Wir möchten hier heute mal eine Diskussion zum aktuellen Chancen-Stand der Berufsanfänger anstossen. Da wir uns als Recruiter und Karriereberater ständig auf dem Laufenden halten, sind uns ein paar Aussagen zum Thema aufgefallen.

Here we go:

SpiegelOnline: WIR KRISENKINDER: Jung, gut ausgebildet, chancenlos, 15.06.2009
WeltOnline: Selbst Elite-Studenten kriegen kaum noch Jobs, 20.07.2009
Karriere: Absolventen kämpfen mit der Krise, 01.07.2009

und dann:

InternationalStudentsClub: Uniabsolventen-Jahrgang 2009 trotz Krise positiv gestimmt

“Die frisch gebackenen Akademiker der Jahrgangs 2009 zeigen sich von der derzeitigen Wirtschaftskrise relativ unbeeindruckt und blicken trotz unsichererer Jobaussichten positiv in die Zukunft. Das ergab eine Umfrage des internationalen Nachrichten- und Karriere-Portals International Students Club. 77 Prozent der 354 Befragten bewerteten ihre eigenen Berufschancen trotz Krise als sehr gut, elf Prozent als gut und zwölf Prozent als nicht gut.”

Wir fragen uns: Wie passt das zusammen. 12 % der Befragten sehen Ihre Einstiegschancen als nicht gut an? Wow – ganz schön selbstbewusst die Kandidaten aus den International Students Club.

Dass wir uns richtig verstehen. Von dem “Krisenkinder-Geschwafel” und Panikmache halten wir mal auch gar nichts. Fakt ist, dass die Zeiten für frischgebackene Absolventen frostiger geworden sind. Mit “Hoppla – hier bin ich, der frische Ingenieur. Was gibts für mich zu tun?” ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Mit einer ausgefeilten Bewerbungsstrategie, einem selbstkritischen Blick auf die eigenen Stärken und Schwächen und Fleiss und Engagement sind aber auch heute noch gute Jobs zu ergattern. Das zeigt auch die alma mater Gehaltsstudie, wonach passende Nachwuchskräfte auch jetzt noch gut verdienen können.

Also .. wat nu? Johannes und ich wären wirklich an Eurer Meinung interessiert.