Liebe Leser des Jobmobil-Blogs,
als ich kürzlich im Internet surfte, ist mir bei Spiegel Online ein Artikel zum Thema Studentenvertreter aufgefallen. Darin wird festgestellt, dass immer weniger Studenten sich in Fachschaften engagieren und für sie interessieren. Laut einer Statistik sagen etwa 1/3 der Studenten an Universitäten, dass die Arbeit der Fachschaften für sie uninteressant sei. Aber wieso ist das eigentlich der Fall?
Gerade Fachschaften können für Studenten eine große Erleichterung und Hilfe sein. Letztlich sind sie dazu da, um die Zeit des Studiums für die Studenten angenehmer und leichter zu gestalten. Dies fängt schon im ersten Semester an. Je nach Fachschaft gibt es schon zu diesem Zeitpunkt viele Angebote für die „Ersties“.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Tag an der Uni. Nach der Einführungsveranstaltung stand ich etwas planlos in der Gegend herum bis ich ein Schild erblickte, auf dem mein Studiengang geschrieben stand. Da der Mensch ja nun neugierig ist, bin ich also dorthin gegangen und schon gab es im Anschluss beim Fachschaftsfrühstück die ersten Kontakte. Alte Hasen gaben uns jungen Hüpfern die ersten Ratschläge, halfen beim Auffinden der richtigen Räumlichkeiten und beim Zusammenstellen der Veranstaltungen.
Gerade zu Beginn des Studiums kann die Fachschaft eine Orientierung bieten. Je nach Fachschaft reichen die Angebote von regelmäßigen Treffen, Veranstaltungen von Partys über gemeinsame Wochenendveranstaltungen bis hin zu Erstsemesterinfoveranstaltungen. Dadurch wird die Integration erleichtert. Besonders für Studenten, die in eine neue Stadt kommen und dort noch niemanden kennen, sind Fachschaften die ideale Anlaufstelle. Nirgendwo fällt es leichter Kontakte zu knüpfen.
Aber nicht nur auf dieser Ebene bieten Fachschaften verschiedene Möglichkeiten. Das Engagieren in einer Fachschaft ist auch für die Persönlichkeitsentwicklung förderlich. Dies zielt in verschiedene Richtungen. Die soziale Komponente wird durch die verschiedenen Hilfestellungen weiterentwickelt. Aber auch ganz praktische Bereiche, wie das Organisieren von Veranstaltungen, wird durch die Mitarbeit in einer Fachschaft. Zudem greift man als Fachschaftsmitglied (zumindest indirekt) auch in die Entwicklung der Universität ein. Fachschaften setzen sich in unterschiedlichen Gremien mit Professoren und Dekanen auseinander, um auch die studentische Perspektive nicht zu kurz kommen zu lassen.
Im Hinblick auf die berufliche Zukunft spielen die Fachschaften auch eine Rolle. Bei der studentischen Personalvermittlung alma mater gibt es immer häufiger Unternehmen, die im Bereich Hochschulmarketing tätig werden möchten. „Das Anschreiben von Fachschaften ist eine Möglichkeit, die Stellenangebote direkt an die Studenten zu bringen“ sagt Tanja Öffler, Senior Account Manager bei alma mater. „Wir leiten ausgeschriebene Praktikumsplätze oder Stellenangebote an die Fachschaften weiter und bitten um Weitergabe an die Studierenden.“ Auch deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Besuch bei der eigenen Fachschaft.
Die Fachschaften weisen also eine ganze Reihe von Vorteilen auf. Da stellt sich die Frage weshalb sie dennoch von einer steigenden Zahl an Studenten als uninteressant wahrgenommen werden. Ich muss gestehen, auch ich bin nach meinem ersten Besuch an meinem ersten Unitag nur noch sehr selten bei meiner Fachschaft gewesen. Doch wieso eigentlich? Ich glaube bei mir hatte es ziemlich pragmatische Gründe. Ich habe meinen Wohnort nicht gewechselt, hatte viele Kontakte außerhalb der Uni. Dazu kamen Nebenjobs und das durch den Bachelor stark durchstrukturierte Studium. Gerade in den ersten Semestern war der Stundenplan voll und somit fehlte mir die Lust auf ein weiteres Engagement. Rückblickend ist das sehr schade, denn durch die Fachschaften hätte ich noch ganz andere Perspektiven kennenlernen können.
Mich interessiert jetzt aber auch Eure Meinung! Wie seht ihr die Thematik? Sind für Euch Fachschaften uninteressant oder gar überflüssig? Arbeitet Ihr in Fachschaften mit und engagiert Euch für andere Studenten? Oder seid Ihr durch enge Stundenpläne schon genug ausgelastet und wollt Euer Studium möglichst schnell durchziehen? Verratet es mir, ich bin gespannt!
Bis bald
Euer Marco