
Hallo liebe Leser,
der Oktober ist inzwischen angebrochen und für viele Studenten geht die vorlesungsfreie Zeit zu Ende. Das Wintersemester 2011/2012 naht (für manche hat es ja sogar schon begonnen). In den Medien ist immer wieder von einem Ansturm auf die Universitäten zu lesen, begünstigt durch doppelte Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht. Die Erstsemester werden mit einem Gefühl der Neugier, aber bestimmt auch ein wenig Ungewissheit auf die kommenden Wochen blicken.
Was kommt auf mich zu? Wie muss ich mich an der Uni verhalten? Wie sieht mein Stundenplan aus? Wie klappt das mit dem Geld? Muss ich gleich in der ersten Woche mit dem Lernen durchstarten? Dies sind nur ein paar wenige der vielen Fragen, die sich die Erstsemester stellen. Im Folgenden werde ich versuchen, ein paar Tipps zu geben, um den Studienbeginn gut zu überstehen und sich während des Studiums gut zurechtzufinden.
Die neue Freiheit?
Nach dem Abitur beginnt für viele Jugendliche die erste Zeit der „Freiheit“. Diese bietet einige Vorteile: Man steht auf eigenen Füßen, wohnt häufig nicht mehr zu Hause, kann eine neue Stadt kennenlernen und vor allem kann man sein Leben so gestalten wie man es möchte. Doch bei all diesen Freiheiten darf nicht vergessen werden, dass auch neue Verpflichtungen auf einen zukommen.
Money, Money, Money…
Ein wichtiges Thema sind mit Sicherheit die Finanzen: Neben den üblichen Kosten für Wohnung, Kleidung, Lebensmittel und Handy muss natürlich auch das Studentenleben finanziert werden. In den meisten Bundesländern gibt es inzwischen zwar keine Studiengebühren mehr, aber der Verwaltungsbeitrag macht auch noch eine beträchtliche Summe aus, die erst mal aufgebracht werden muss. Wer nicht auf die Unterstützung der Eltern bauen kann oder will, wird nicht um einen Nebenjob herum kommen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten: Vom fast schon klassischen Kellnern in der Bar um die Ecke, über die HiWi-Stellen an der Uni bis zu einer Werksstudententätigkeit beim global agierenden Unternehmen, hat man die Möglichkeit etwas Passendes zu finden. Schaut einfach was zu Eurem Vorlesungsplan passt und wobei Ihr den meisten Spaß habt. Wenn Ihr schon konkrete Vorstellung von Eurem späteren Beruf habt, bieten sich Tätigkeiten an, die diesen Berufswunsch unterstützen. Personalverantwortliche sehen es gerne, wenn ein Berufsanfänger schon eine gewisse Erfahrung im späteren Arbeitsfeld nachweisen kann.
Doch beim Thema Finanzen darf auch ein positiver Effekt nicht vergessen werden. Mit dem Studentenausweis bekommt Ihr in vielen Einrichtungen ermäßigte Dienstleistungen. Nahverkehrsticket, Theater, Museen, Fußballstadien oder Fitnessstudio – in den meisten Einrichtungen bekommt man vergünstigte Eintritte oder Mitgliedschaften. Es empfiehlt sich immer nachzufragen, ob Ihr als Studenten günstiger Zugang bekommt. Nur keine falsche Scheu zeigen, es ist immerhin Euer Geld, das Ihr sparen könnt.
Beim Thema Finanzen sei zum Einen auf unseren Artikel vom 26. August 2011 verwiesen. Darin erfahrt Ihr, wie Studienkosten steuerlich abgesetzt werden können und wie Ihr dabei Geld sparen könnt. Zum anderen findet Ihr auf der Homepage von alma mater Tipps zur Studienfinanzierung.
Im Bürokratiedschungel
Wer sich mit dem bürokratischen Dschungel einer Universität auseinandersetzt, kann leicht verzweifeln. Schnell kommt das Gefühl auf, man sei Asterix und Obelix, die bei ihrer Suche nach dem Passierschein A 38 in einem römischen Verwaltungsgebäude fast verzweifelten. Der eine Verantwortliche schickt einen weiter zum nächsten, dieser wiederum hat mit dem Thema gar nichts zu tun… Verzweiflung ist allerdings der falsche Ratgeber. Die meisten Verflechtungen zwischen den einzelnen universitären Einrichtungen haben ihren Sinn – auch wenn dies zunächst nicht erkennbar scheint. Bei Fragen, solltet Ihr nicht zögern diese zu stellen. Ihr seid neu an der Universität, woher sollt Ihr denn die genauen Abläufe auch schon kennen? Die meisten Mitarbeiter geben Euch gerne und bereitwillig Auskunft.
Nehmt auch die Hilfe von erfahreneren Kommilitonen an oder fragt bei euren Fachschaften nach. Ihr seid nicht die Ersten, die den Verwaltungsapparat noch nicht durchschaut haben und werdet auch definitiv nicht die Letzten sein. Habt ihr ihn dann aber mal doch so grob verstanden, bietet dies eine deutliche Erleichterung während des Studiums.
Das Studium beginnt
Die Unterlagen sind alle beisammen, die Finanzen geregelt und der Vorlesungsplan ist erstellt – dann kann der Alltag im Studium beginnen. Es ist wichtig, dass Ihr von Beginn an bereit seid, die nötige Zeit in Euren Studiengang zu stecken. Das heißt jetzt nicht, dass jede Vorlesung stundenlang vor- und nachbereiten werden sollte. Dennoch empfiehlt es sich, schon frühzeitig die nötigen Unterlagen der Veranstaltungen zusammenzusuchen. Die Informationen welche Leistung für welchen Schein erbracht werden muss, kann auch ein Indikator dafür sein, mit welcher Intensität Ihr Euch diesem Fach widmet. Einer Vorlesung, die mit einer Klausur und hohen Credit-Points abgeschlossen werden muss, solltet Ihr mehr Bedeutung zumessen als einem Seminar mit bloßer Anwesenheit und einer geringen Anzahl an Credit-Points. Es empfiehlt sich zudem zu Beginn, die verschiedenen Facetten des Studiengangs kennenzulernen. Aus einem breiten Angebot lässt sich dann besser selektieren in welche Richtung man das Studium vertiefen möchte.
Doch auch neben dem reinen Lernen bietet eine Universität viele Möglichkeiten. Nutzt Eure Freiräume die verschiedenen und für Euch interessanten Angebote kennenzulernen. Dies können Seminare sein, Sprachkurse, Musik oder Uni-Sport. Ich denke, dass es nur positiv sein kann, die Hochschule auch aus diesem Blickwinkel kennenzulernen. Es ist eben nicht eine reine Lehranstalt, sondern es bieten sich vielfältige andere Möglichkeiten. Nutzt die Freiräume in eurem Stundenplan, Abwechslung tut gut!
Neben dem Studium
Lernen und arbeiten ist sicher wichtig, aber genauso zählt es Kontakte zu knüpfen, Freunde zu finden und die (vielleicht neue) Stadt kennenzulernen. Es sei nochmal auf die Fachschaften hingewiesen, die dies deutlich vereinfachen können. Zahlreiche Studentenpartys bieten die Möglichkeit die Kommilitonen außerhalb der Hörsäle zu treffen. Aber auch die klassische Kneipentour oder die WG-Partys können die Kontakte verstärken. Ihr seht, das Studium sollte nicht nur aus der reinen Arbeit bestehen. Nehmt Euch Freizeit, lernt neue Menschen kennen und fangt an ein Netzwerk zu knüpfen (das für die Zukunft nach der Uni vielleicht auch mal ganz nützlich sein kann).
Apropos Netzwerk und Kontakte: Je größer die Anzahl an Studierenden, umso schwieriger ist es für Professoren sich einzelne Gesichter zu merken. Wollt Ihr aber nicht nur irgendeine Nummer im Studienbetrieb sein, bieten gerade HiWi-Jobs eine gute Möglichkeit der Selbstpräsentation bei den Professoren. Dies kann aus mehreren Gründen von Vorteil sein. Zum einen bleibt ihr bei den Dozenten in Erinnerung. Daraus kann man z.B. bei Fragen zu einer wissenschaftlichen Arbeit Nutzen ziehen. Zum anderen ist dies auch im Hinblick auf die spätere berufliche Perspektive positiv. Professoren dienen häufig als Multiplikatoren für Stellenangebote von Unternehmen. Da bietet es sich an, die Kontakte des Profs zu nutzen und von dessen Netzwerk zu profitieren
Die oben genannten Punkte sind natürlich keineswegs vollständig. Sie sollen lediglich einen kleinen Einblick und eine gewisse Orientierungsmöglichkeit bieten. Jetzt seid Ihr gefragt: Welche Sorgen habt Ihr vor Eurem ersten Studientag? Was beschäftigt euch? Als ältere Semester: Welche Tipps habt Ihr noch für die Studienanfänger? Ich würde mich freuen, wenn wir hier eine Sammlung an hilfreichen Fragen zusammenbekommen!
Bis bald,
euer Marco