Letztens habe ich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen sehr interessanten Artikel gelesen. Darin ging es um die Einstiegschancen von Hochschulabsolventen ins Berufsleben. Da ich mich vor noch nicht all zu langer Zeit selber mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, fand ich, das was ich da las, sehr spannend.
In den vergangenen zwei Jahren – das wird wohl an keinem vorbeigegangen sein – war die Lage auf dem Arbeitsmarkt eher schlecht als recht und sogar Absolventen technischer Studienrichtungen, wie Informatiker, Maschinenbauer oder Elektrotechniker, die sonst sehr begehrt waren, wurden stark mit den Themen Arbeitslosigkeit und schlechten Einstiegschancen konfrontiert. Auch viele meiner Bekannten, die sich die größte Mühe beim Studium gegeben habe und einen sehr guten Abschluss mit nach Hause nahmen, mussten nach dem Studium, mal länger mal kürzer in Praktika verharren, bis der erste „richtige“ Job gefunden war. (Oder man nutze die Zeit zur kleinen Selbstfindung und verreiste ein wenig in die große, weite Welt
).
Im noch jungen Jahr 2011 sieht alles aber schon wieder ganz anders aus. Unternehmen reißen sich schon wieder um Absolventen! Aus allen Ecken schallt es laut: „Fachkräftemangel! Fachkräftemangel!“. Die Stellenbörsen füllen sich und Headhunter-Portale erwachen wieder zum Leben. Das merkt auch alma mater und verzeichnet wieder massig Jobs für Hochschulabsolventen in der eigenen Jobbörse. Die Arbeitslosenquote soll zudem bald einen Tiefststand wie vor fast 20 Jahren erreichen! Und laut FAZ sind sich Experten sicher, dass vor allem die Jobchancen für Informatiker und Softwareingenieure zurzeit nicht besser stehen könnten. Dies untermauert auch der VDI, der über seine jährliche CeBIT-Umfrage unter rund 450 IT-Experten zu dem Schluss kommt, dass sich die Lage sogar noch weiter verschärfen könnte. So waren laut VDI im Januar 2011 ca. 23.600 Informatikerstellen offen und zugleich nur 7.000 Informatiker arbeitslos. Dazu kommt, dass über 70 % der befragten Experten der Meinung sind, dass sich der Mangel an Informatikern bis 2015 weiter erhöhen wird.
Im Artikel der FAZ waren dazu auch sehr interessante Zahlen zu finden. So wurden über die Arbeitsagenturen im Jahr 2010 10.561 offene Stellen für Informatiker veröffentlicht. Das waren 25,9 % mehr als im Krisenjahr 2009. Bei Elektroingenieuren war der Zuwachs ähnlich gut. So wurden insgesamt 7.197 Stellen allein über die Arbeitsagenturen ausgeschrieben, was ein Mehr von 22,6 % zum Vorjahr ausmacht. Arbeitssuchende Maschinenbauingenieure durften sich 2010 über einen Zuwachs von 19,8 % an offenen Stellen freuen, „Andere Ingenieure“ sogar über 39,2 %.
Vielleicht wird den ein oder anderen erstaunen, dass für die meisten offenen Stellen über Zeitarbeitsfirmen bzw. Personalvermittlungen gesucht wurde. Für 23.443 Vakanzen suchten 2010 allein Personaldienstleister, ein Plus von 13,4 % zum Vorjahr.
Doch abgesehen von dem zurzeit wieder viel gepredigten Thema Fachkräftemangel in technischen Berufsfeldern sehen die Einstiegschancen für alle Absolventen generell eher wieder gut aus. Die Expertin, der Bundesagentur für Arbeit, Judith Wüllerich, sieht dies auch so. „Am Arbeitsmarkt für Akademiker ist von der Krise kaum mehr etwas zu sehen.“, so Wüllerich.
Innerhalb der Gruppe der Akademiker kann, bei einer Arbeitslosenquote von 2 bis 3 Prozent, sogar schon von Vollbeschäftigung gesprochen werden. Warum das so ist, erklärte im Artikel der FAZ Kolja Briedis vom Hochschul-Informationszentrum (HIS): Akademiker haben den klaren Vorteil, dass sie sich auch um Stellen bewerben können, die unterhalb ihrer erlernten Qualifikationen liegen. Somit stehen Studierten natürlich von vornherein eine größere Anzahl von Möglichkeiten offen.
Ergo: Ein Studium ist auf jeden Fall eine gute Wahl uns sichert einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Und es ist auch nicht unbedingt nötig, eine Studienrichtung wie z.B. Informatik oder Elektrotechnik zu wählen, um später leichter den Berufseinstieg zu schaffen. Denn viel wichtiger sind langfristig die persönlichen Interessen und Talente.
Was bleibt da noch viel zu sagen?! Nur eines: Die Studienzeit gehört wohl zu einer der spannendsten im Leben… am besten, man genießt die Zeit in vollen Zügen, nimmt so viele Erfahrungen wie nur möglich aus dieser Zeit mit (lernt natürlich auch fleißig
) und der erste Job findet sich nach dem Studium früher oder später auch ohne größere Probleme.
Bis bald…
Eure Katrin