Die Diskussionen zu Bachelor, Master und Diplom reißen nicht ab. An deutschen Hochschulen herrscht immer noch kein Einverständnis über die die neuen Abschlüsse. Die eine Hochschule hält an Master und Bachelor fest die andere ist gerade dabei das altbewährte Diplom wieder einzuführen. Viele deutsche Unternehmen sind immer noch unsicher und wissen nicht so recht wie sie den Bachelor einordnen sollen. Erst seit kurzem wachen die Unternehmen auf und entwickeln spezielle Einstiegsprogramme auch für Bachelorabsolventen.

 
Diese und noch weitere Punkte verunsichern (Bald-) Studenten und (Nahezu-) Absolventen. Jeder rät jedem etwas Anderes und keiner weiß so genau, was nun wirklich Sache ist. Deshalb haben wir von alma mater auch noch mal genauer hingeschaut und ein paar Antworten auf Fragen gesucht wie: „Reicht der Bachelor um als Berufseinsteiger in der Arbeitswelt Fuß zu fassen?“, „Was ist besser angesehen: Master oder Diplom?“.

 
Erst einmal ein kurzer Überblick: Welche Abschlüsse gibt es an deutschen Hochschulen?!

 
Das Diplom
Vor allem Fächer aus den Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften schließen oder schlossen mit dem Diplom ab. Unter den Diplom-Abschlüssen wird auch nach der Art der Hochschule unterschieden: „Diplom (FH)“, „Diplom (BA)“ und „Diplom (Universität)“. Studenten die ein Diplom in der Tasche haben können sich direkt aufmachen zu promovieren. Wobei Diplom-Absolventen einer Berufsakademie zusätzlich noch sehr gute Noten mitbringen und ein Eignungsfeststellungsverfahren durchlaufen müssen. Nach der Umstellung des Studiensystems sollte es ab 2010 nicht mehr möglich sein diesen Abschluss zu erlangen.

 
Der Magister (Artium)
Vor allem Geisteswissenschaftler verlassen das Studium mit einem Magister in der Tasche. In dieser Art von Studium ist es den Studenten möglich mehrere Hauptfächer zu kombinieren, wodurch sie nach dem Studium recht breit aufgestellt sind. Auch mit dem Magister-Studium ist es möglich nach dem Doktor zu streben, im Regelfall aber nur in den absolvierten Hauptfächern. Auch der Magister wird von den „neuen“ Abschlüssen abgelöst.

 
Der Bachelor
Der Bachelor, ist „der Neue“ Studienabschluss der planmäßig ab 2010 das Diplom und zu teilen auch den Magister ablösen soll. Bei Bachelorstudiengängen beträgt die Regelstudienzeit 6 oder 7 Semester, enthält oft ein Pflicht-Praxissemester und ist auch in anderen Teilen sehr praxisorientiert. Anders wie bei dem Diplom ist eine Promotion nach dem Bachelor nicht möglich. Dazu muss man dann schon noch den Master dranhängen.

 
Der Master
Nach dem Bachelor kommt der Master. Der fordert meist nochmals 2 Jahre Studienzeit. Aber auch Studenten die mit einem Diplom abgeschlossen haben können sich später für einen Master einschreiben. Ein Masterabschluss eignet sich vor allem um sich nach dem Bachelorstudium in einem Fach zu spezialisieren.

 
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Hier geht’s zum Abschnitt: „Die verschiedenen Abschlüsse“

 
Die Akzeptanz der verschiedenen Hochschulabschlüsse

 
Trotz der Angst und Skepsis, vor allem unter den Studenten, kann man heute ruhigen Gewissens behaupten, dass die „neuen“ Abschlüsse bei den Unternehmen größtenteils angekommen sind. Es kommt jedoch auf das Fach an.
In der aktuellen alma mater Gehaltsstudie (Link Registrierung) wurden die Unternehmen gefragt, welche Abschlüsse in ihrem Unternehmen gefragt sind (unabhängig vom Studienfach oder dem späteren Arbeitsbereich). Das Diplom liegt bei 83% der Unternehmen vorne. Ein Master-Abschluss ist bei 78% der Unternehmen gefragt und der Bachelor bei 73% der Teilnehmer. Es ist eindeutig zu sehen, dass die Stimmung gegenüber der neuen Abschlüsse bei den Unternehmen positiv ist.
Laut der Studie von Staufenbiel zu den Entwicklungen am Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen wird das universitäre Dipolm in wirtschafts-, natur-, und ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen sowie in Informatik-Studiengängen am ehesten von den Unternehmen akzeptiert (> 97%). Auf dem zweiten Platz bei den Wirtschaftswissenschaftlern, Informatikern und Naturwissenschaftlern liegt der Master (ohne MBA) mit 96%, 98% und 90%.
Studenten, die nach dem Bachelor ins Berufsleben starten möchten, haben in wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen die besten Chancen. 82% der Unternehmen akzeptieren sehr gerne WiWis mit Bachelor-Abschluss. Nur bei speziellen Einstiegsprogrammen für Bachelor-Absolventen hapert es noch ein wenig. Bis jetzt bieten nur 14% der Unternehmen eine solche Möglichkeit für den Berufseinstieg an. Aber langsam wachen auch die Unternehmen auf und machen sich auf auch den Bachelor-Absolventen solche Chancen bieten zu können.

 
Studenten, die dem Abschluss nahe sind fragen sich oft: „Lohnt es sich den Master nachzuschieben um später besser zu verdienen?“ oder „Habe ich jetzt mit meinem Masterstudium zu viel Zeit vergeudet, in der ich schon längst hätte verdienen können?“.

 
Einstiegsgehälter 2011 nach Abschlüssen

 
Die diesjährige alma mater Gehaltsstudie kam zu folgenden Ergebnissen bei den Einstiegsgehältern von Berufseinsteigern sortiert nach Abschlüssen:

 
Vor allem der Master ist in den Unternehmen angekommen. In fast allen Branchen verdienen Absolventen mit diesem Abschluss mindestens genauso viel wie mit einem Diplom.
Doch Studenten mit einem Bachelor-Abschluss haben das Nachsehen. Bis zu 9000,- € weniger planen die Unternehmen für Einstiegsgehälter von Bachelorstudenten ein.

 
Gehälter-Abschluss-Branchen-2011

 
Auch bei der Auswertung der Einstiegsgehälter nach Tätigkeitsbereichen haben die Bachelor-Abschlüsse das Nachsehen und bekommen zum Einstieg im Gegensatz zu Master und Diplom deutlich weniger. Doch Master und Diplom schenken sich auch bei Einstiegsgehältern nach Funktion nichts und liegen nahezu gleich auf. Besonders gut ist der Master auch in wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen angekommen. Dies ist deutlich an den Einstiegsgehältern der jeweiligen Fachbereiche zu erkennen.

 

Gehälter-Abschluss-Funktion-2011

Zum Vergrößern bitte Bild anklicken!

 
Reicht der Bachelor nun oder nicht?!

 
Im Allgemeinen sind die „neuen“ Abschlüsse gut in den Unternehmen angekommen, natürlich genießt Diplom trotzdem noch ein sehr gutes Ansehen. Man merkt aber noch deutlich, dass die Unternehmen noch nicht so recht wissen, wo sie den Bachelor hinstecken sollen, was besonders deutlich in den MINT-Bereichen erkennbar ist. In manchen Situationen kann sich ein Masterstudium also im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen.

 
Doch nicht vergessen: Für einen guten und reibungslosen Einstieg ins Berufsleben und ein gutes Gehalt ist nicht nur der Abschluss relevant. Wichtig sind auch Zusatzqualifikationen, praktische Erfahrungen, Fremdsprachen, Auslandserfahrung und außeruniversitäres Engagement! Deshalb liebe Studenten: Wandelt aufgeweckt durch euer Studium, engagiert euch und verkauft euch gut in Bewerbungsgesprächen, dann klappt es auch mit dem Traum(einstiegs)beruf und Gehalt.

 
Weitere Tipps, Tricks und Hintergrundinformationen gibt es auf www.alma-mater.de reinklicken und informieren!

 
Bis bald…Eure Katrin

Vor allem Absolventen der technischen Studienrichtungen wie zum Beispiel Informatiker, Maschinenbau- oder Elektrotechnikingenieure sind bei vielen Arbeitgebern gefragt wie lange nicht mehr. Der Fachkräftemangel hat es bewirkt und das ist ja auch der Grund, warum wir mit Firmen auf Jobmobil-Tour gehen.

Viele dieser technischen Absolventen, egal ob mit hervorragenden oder mäßigen Abschlüssen, drängen mit dem Bewusstsein auf den Arbeitsmarkt, dass sie so gefragt sind, dass sie sich erst gar nicht um eine Position bewerben müssen. Und wenn sie sich bewerben, dann häufig nach dem Muster: “Ich bin Diplom-Ingenieur Mechatronik. Was haben Sie für mich?” Dazu äußern sie dann auch schon einmal Gehaltsvorstellungen, die sich in keiner Relation zum branchenüblichen Mittel bewegen. Das kommt nicht gut an bei Unternehmen und führt dazu, dass solche Kandidaten aufgrund ihrer unrealistischen Selbsteinschätzung abgelehnt werden.

alma mater Job Spezial Dezember 2009
Insofern stellt sich die Frage, was Bewerber eigentlich von sich aus für eine realistische Selbsteinschätzung ihrer Qualifikationen tun können? Johannes von alma mater hat sich dazu umgehört und meint: Einiges! Um das zu verdeutlichen, dreht sich im JobSpezial Dezember 2008 von alma mater alles um das Thema Eigenmarketing im Bewerbungsprozess. Und Eigenmarketing ist wichtig, nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Das aktuelle JobSpezial Dezember 2008 versucht, Bewerbern auf der Basis einer kurzen und prägnanten Zusammenstellung elementare Bausteine der Bewerbungsstrategie mit auf den Weg zu geben. Ist das was?